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Förderung des gesellschaftlichen Engagements durch Ehrenamt

"Wenn ein Schiff..."

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"Wenn ein Schiff kein Ziel hat, kann kein noch so frischer Wind ihm helfen."

So lautet der lebensbegleitende Satz von Hülya Feise, den ihr die Eltern in ihrer Kindheit mitgegeben haben. Sie hat gemeinsam mit ihrem Ehemann Erik Feise das Modellprojekt "gEMiDe - gesellschaftliches Engagement von Migrantinnen, Migranten und eingebürgerten Deutschen durch ehrenamtliche Tätigkeit (gemide = türkisch für "auf dem Schiff") ins Leben gerufen und leitet diesen seit 2001 hauptberuflich.

lm Jahr 2004 übernahm der Bund Türkisch-Europäischer UnternehmerInnen (BTEU e.V.)
im Rahmen der EP Simba das Mentoring für dieses Modellprojekt.

Hintergrund des Projekts ist die Tatsache, daß sich Einheimische und Zugewanderte zwar gegenseitig respektieren, Berührungspunkte aber weitgehend auf Musik oder ähnliche Kulturerereignisse beschränkt bleiben. Das Modellprojekt gEMiDe bildet hier eine Schnittstelle zwischen an ehrenamtlicher Tätigkeit interessierten Migrantinnen und Einheimischen.

Einige der Mitarbeiterinnen erlebten bei lhrer ehrenamtlichen Tätiqkeit zum ersten Mal, daß z. B. ein deutscher Haushalt nicht so sehr viel anders aussieht als der ihrige. Sie genießen es, nicht mehr in erster Linie als "Ausländerin", sondern vielmehr als Mensch, der etwas tut, beurteilt zu werden. Grundsätzliches Ziel ist die Förderung der gegenseitigen Integrationsbereitschaft, der individuellen Fähigkeiten sowie der gegenseitigen Anerkennung von Deutschen und MigrantInnen.

Die Arbeiten, die die Mitarbeiterinnen von gEMiDe verrichten, haben einen doppelt positiven Effekt: Einerseits profitieren Einzelpersonen, Familien und Menschen mit Behinderungen von den Besuchen und dem Engagement der Ehrenamtlichen. Andererseits helfen die ehrenamtlichen Tätigkeiten ihnen selbst, mit der Gesellschaft, in der sie leben, in Kontakt zu treten und ihre mitgebrachte Lebensgeschichte in Intereraktion mit der neuen Umgebung zu erweitern.

Zudem ermöglichen die mit der ehrenamtlichen Tätigkeit vebundenen Erfahrungen das Kennenlernen von Berufsfeldern und gesellschaftlichen Strukturen. Durch den Zuwachs persönlicher und fachlicher Qualifikationen eröffnen sie weitere Perspektiven, wodurch sich die Chancen der Integration in den ersten Arbeitsmarkt erhöhen. Hierzu trägt auch ein auf die Bedürfnisse der Ehrenamtlichen zugeschnittener Deutschkurs bei, der seit Januar 2003 bei der Volkshochschule Hannover angeboten wird.

Beate Reimer, BTEU; Hülya Feise, gEMiDe, Hannover
info@gemide.org

Quelle:

Förderung des gesellschaftlichen Engagements durch Ehrenamt
in: Abschlussdokumentation MigranIinnen stärken - Stärken von MigrantInnen, Hg: Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Zentrum für wissenschaftliche Weiterbildung (ZWW), Geschäftsstelle EQUAL EP Simba, 2005, Seite 40

 

 
     
 
 
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